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Ebel, Wolfgang Gerhard Günter

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Wolfgang Gerhard Günter Ebel, Westberliner ehemaliger Eisenbahner der Reichsbahn geb. 5.1.1939. "Reichskanzler", "Generalbevollmächtigter des Deutschen Reiches", "Reichsminister für Transport-, Umweltschutz-, Energie- und Verkehrswesen" und "Reichspräsident" der Kommissarischen Reichsregierung.

Seinen Posten als Reichsverkehrsminister habe er bereits am 8.Mai 1945 vom damaligen US-Botschafter Arthur Burns bekommen. Den des Generalbevollmächtigten habe er 1987 rückwirkend ab 1985 von der späteren UN-Menschenrechtskommissarin Mary Robinson erhalten. (T07)

Ebel hat ein einfaches Verfahren entwickelt, wie er sich die Einsetzung seiner Minister bestätigen lässt.

Er versendet die Dokumente per Einschreiben mit Rückschein an die US-Botschaft. Kommt der Rückschein innerhalb einer Drei-Wochenfrist zurück betrachtet er dies als Zustimmung. Dass der Rückschein lediglich eine Empfangsbestätigung ist, ficht ihn nicht an. In anderen Fällen setzt er der US-Regierung eine Antwortfrist von 30 Tagen. Erhält er innerhalb dieser Frist keine Antwort - was praktisch immer der Fall ist - so wertet er dies ebenfalls als Zustimmung zu seinem Begehr.
Die US-Botschaft, die seit Anfang der 90er-Jahre Post samt Einschreiben und Rückschein von der "Reichsregierung" erhält, hatte von der Funktion der Briefe keine Ahnung. Natürlich habe man nichts mit diesen Leuten zu tun, betont die Sprecherin. (T07)

Angriffe ehemaliger Mitstreiter

In einer Presseerklärung zur Situation des Reichskanzlers setzt sich Ebel gegen "Denunziationen und Angriffe" seiner früheren Mitstreiter zur Wehr. (R04)
Tatsächlich haben wohl einige seiner Weggefährten erkannt, dass man mit dem Verkauf von Reichspersonenausweisen und Reisepässen gut Geld verdienen kann und haben ihre eigenen Reichsregierungen gegründet, die mit der von Eebel konkurrieren.

Ingrid Schlotterbeck
, Herausgeberin des Magazin 2000 plus , gewährte Ebel ausführlich Raum in ihrem Magazin zur Darstellung seiner Regierung und seines Programms. Im Gegenzug wurde sie Außenministerin in seiner Regierung. Allerdings wurde sie mit einer undatierten Amtlichen Mitteilung "aus Gründen des reichsverfassungswidrigen eigennützigen, statt des für das gesamte Deutsche Volk zu erfolgen habenden reichsverfassungsrechtlich gemeinnützigen Handelns, aus Ihren Tätigkeiten entlassen." (R08) Lt. Dokumenteigenschaften wurde das PDF-Dokument am 15.2.2007 erstellt.

Wolfgang G.G. Ebel gilt als schuldunfähig (T07)

§ 20 StGB definiert Schuldunfähigkeit wie folgt:
"Ohne Schuld handelt, wer bei Begehung der Tat wegen einer krankhaften seelischen Störung, wegen einer tiefgreifenden Bewußtseinsstörung oder wegen Schwachsinns oder einer schweren anderen seelischen Abartigkeit unfähig ist, das Unrecht der Tat einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln."

Auch sein ehemaliger Pressesprecher Uwe Bradler schrieb:

"Wie bekannt ist, wurde Herrn Ebel in Medienberichten unterstellt, ihm sei durch ein nervenärztliches (forensisches) Gutachten attestiert worden, daß er an einer Form von Schizophrenie bzw. einer Wahnsymptomatik leide. Angeführt wird ein entsprechendes Gutachten des Instituts für Forensische Psychiatrie der Freien Universität Berlin vom 03.08.1987 zum Aktenzeichen 61S87-Os/St, welches für das Verfahren 54/I P Js 1097/87 eingeholt wurde." (P09)

Aufgrund dieser Tatsache werden angestrengte Strafverfahren gegen ihn immer wieder eingestellt.

Von Ebels Schuldunfähigkeit ging offensichtlich auch die Staatsanwaltschaft Mühlhausen bei einer Verfahrenseinstellung im Juni 2004 aus.
Mitte 2004 versuchten die "KRRler" auf einem neuen Weg, eine "Legitimation" zu erhalten. So rief man die eigenen "Reichsbürger" dazu auf, gegen "Reichskanzler" Ebel Strafanzeige zu erstatten. Werde gegen ihn kein Verfahren eingeleitet, so  die "Drohung" an die Staatsanwaltschaften, müsse man davon ausgehen, daß Ebel tatsächlich "Reichskanzler" sei.
Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen reagierte am 24.06.2004 auf die Strafanzeige eines "KRRlers" gegen Ebel wegen Betrugs mit der Mitteilung, daß das Verfahren gemäß § 170 Abs. 2 StPO eingestellt worden sei (Az.: 101 Js 52492/04). Begründung: "Eine psychiatrische Begutachtung des Beschuldigten Ebel ergab bei diesem eine krankhafte seelische Störung (Schizophrenie)". Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen meint daher: "Seine Aktivitäten für die sogenannte 'kommissarische Reichsregierung' sind Ausprägungen seiner geistigen Erkrankung, so dass eine Schuldunfähigkeit gemäß § 20 StGB gegeben ist".
Dies liest sich wie ein Zitat aus dem o.g. Gutachten des Instituts für Forensische Psychiatrie der Freien Universität Berlin vom 03.08.1987. (K08)

Seminare für "Rechtsbeistände"

Das hindert den Reichskanzler Dr. jur. h. c. Wolfgang Gerhard Günter Ebel freilich nicht Kurse für Rechtsbeistände vor Reichsgerichten auszubilden. Diese Rechtsbeistände maßen sich dann an, Menschen vor ordentlichen Gerichten der BRD beizustehen.
Den Doktortitel will er übrigens vom "deutschen Reichskonsulat" in Österreich ordnungsgemäß verliehen bekommen haben.

Die politischen Positionen sowie die verortung in der rechten Szene werden im Artikel über die Kommissarischen Reichsregierung behandelt.

ZItate:

K08 http://www.krr-faq.net/
P09 http://f24.parsimony.net/forum61765/messages/6064.htm
R04 http://www.reichsland-freistaat-preussen.de/Pressemitteilung.pdf
R05 http://www.reichs-und-laenderanzeiger.de/Kabinettssitzung.pdf
R06 http://reichszeitung.de/daten/begleitschreibenmeldebehoerdenrparfs120.pdf
R07 http://www.reichskanzleramt.de/1_Beschwerde%20gegen%20Richter%20LG%20Berlin_2007.08.28.pdf
R08 http://www.reichs-und-laenderanzeiger.de/Amtliche_Mitteilung_Entassungen.pdf
R09 http://www.reichskanzleramt.de
T07 http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2000/08/15/a0194

Weitere Quellen:

W11
M09
M10
H07
E07
I09
A09
P06
P07
E08
V06
S12
U01
U02
W12
H08
M11
N04
P08
P09

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 10. Dezember 2009 um 14:04 Uhr  

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Eine interaktive Übersicht über die Todesopfer rechter Gewalt in Deutschland mit zahlreichen Einzelheiten hat der Tagesspiegel hier zusammengestellt.

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