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"Sie lieben die Völker, aber nur, wenn sie da bleiben, wo sie sind." Mit diesem knappen Satz hat Andrea Röpke den Ethnopluralismus beschrieben. Sie hat vielleicht geglaubt, was der Verfassungsschutz kann, kann ich auch, und hat in rechtsextremen Kameradschaften verdeckt recherchiert. Die Zeltlager der Heimattreuen Deutschen Jugend in der Lüneburger Heide dienen als Kaderschmiede, um die zukünftige Elite der "Herrenrasse" zu formen.
Mütter wie Sabine Rasch schicken ihre Kinder in die Zeltlager der HDJ. Sie hat 10 Kinder. Sie ist überzeugte Nationalsozialistin und möchte ihren Kinder eine entsprechende angemessene Erziehung zukommen lassen.
Der Film "Ferien im Führerbunker" handelt von den Strukturen, die einen Udo Pastörs geformt haben. In versteckten Zeltlagern müssen die Kleinen marschieren und lernen schon bald, nationalsozialistische Propagandalieder zu singen und den Holocaust zu verleugnen. Nach außen wird die Heimat geliebt und es werden Volkstänze getanzt.
Wenn man Andrea Röpke zuhört, wie sie von den Erlebniswelten der Rechtsextremistinnen und Rechtsextremisten berichtet, beschleicht einen ein beklemmendes Gefühl von Authentizität, das durch die hasserfüllten Parolen, die von der rechtsextremen Gegendemonstration bis in den Saal vordringen, eindrucksvoll untermalt wird. Sie spricht von einem neuen Selbstbewusstsein, das sich in der Rechten Szene entwickelt hat, von Müttern, die in die Elternbeiräte gehen, und Männern, die politische Karrieren machen und heimlich Waffenlager anlegen. Von Akademikern und Intellektuellen. Die Frauen haben eine wichtige Funktion, bei der "Reinhaltung der Rasse" und organisieren sich in eigenen rechtsextremen Verbänden, wie dem Ring Nationaler Frauen oder der Gemeinschaft deutscher Frauen. Sie sind in sozialen Netzwerken im Internet aktiv und schaffen sich ihre eigenen Enklaven. Ihre Kinder schicken sie auf Walldorfschulen. Sie wollen sie dem "Zugriff durch den Staat" entziehen, denn sie verabscheuen die Demokratie. Viele dieser Menschen seien ideologisch durch die Zivilgesellschaft nicht mehr erreichbar, sagt Andrea Röpke.
Irgendwann während des Vortrages gelangt die Nachricht in den Saal, dass die Gegendemonstration der ungefähr 25 Rechten vor dem Bürgerhaus wegen des Rufens verbotener Parolen von der Polizei aufgelöst worden ist. (vgl. hier) Erleichterung durchströmt den Saal.
In der anschließenden Diskussion fragt ein Lehrer, wie er solche Tendenzen denn bei seinen Schülerinnen und Schülern erkennen könne. Eine Frau fragt, was diese Frauen denn machen würden, wenn sie ein Kind mit einer Behinderung bekommen würde, das dann nicht mehr den ideologischen Ansprüchen einer Nationalsozialistin gerecht werden würde. Ein Anderer erkundigt sich, wie er mit einem rechtsextremen Nachbarn am Besten umgehen soll. Andrea Röpke beantwortet ruhig diese Fragen, weist auf eine bestehende Informations- und Angebotsstruktur hin und ermahnt gesellschaftliche, soziale und politische Räume auszufüllen, und sie nicht den Rechtsextremen zu überlassen. Nein, angenehm war dieser Vortrag nicht, aber notwendig.
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