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Freisoziale Union

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Freisoziale Union - Demokratische Mitte (FSU)

Gründung:September 1950

Sitz: 20357 Hamburg

Funktionäre: Hans-Bernhard Zill (1. Vorsitzender) , Karl-Heinz Wandel (2. Vorsitzender)[1]

 

Struktur: Die Gründung der Freisozialen Union (FSU) geht auf drei seit 1945 bestehende Vorläufer in den Westzonen zurück. Die Partei, die eine Geschäftsstelle in Hamburg unterhält, verfügt 1994 über Landesverbände in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern.

 

Aktivitäten: Die FSU beteiligt sich 1965, 1969 und 1972 (3.166 Stimmen) an den Bundestagswahlen. Bei den Hamburger Bürgerschaftswahlen vom Juni 1991 erhält sie 198 Stimmen (0,0 Prozent). Die Aktivitäten der FSU beschränken sich nahezu ausschließlich auf die Ausrichtung von Veranstaltungen, Seminaren und Tagungen, darunter seit 1962 die Internationalen Sozialpolitischen Tagungen, an denen Vertreter internationaler freiwirtschaftlicher Organisationen teilnehmen. Zu den Europawahlen 2009 schafft sie es nicht, die notwendigen Unterstützungsunterschriften zu sammeln.

Periodika: Das monatliche Organ der Partei Der Dritte Weg erscheint seit 1970. Das von Wilhelm Schmülling verantwortete 40-seitige Blatt diskutiert die aktuellen Fragen der freiwirtschaftlichen Theorie. Der Buchversand vertreibt u.a. Werke von Helmut Creutz, Günter Bartsch, Roland Bohlinger und Gary Allen.

Programmatik: Die FSU verbreitet die Lehren des 1862 geborenen Silvio Gesell, der zu Beginn des Jahrhunderts ein Wirtschaftsprogramm entwickelte, das andauerndes Wachstum u.a. durch Schaffung von Zwangsgeld verspricht. Dabei entwickelt sie Modelle einer »wirklich freien Marktwirtschaft«. Sie ist eine Hauptvertreterin eines national-neutralistischen Dritten Weges »jenseits von Kapitalismus und Kommunismus« und vertritt rechtsökologische und lebensreformerische Positionen, wie die Forderung nach einem Mutterlohn. Die ehemalige DDR wird von der FSU als »mitteldeutsches Gebiet« bezeichnet.

Zusammenarbeit: Als unabhängige, doch stark von FSU-Mitgliedern geprägte Einrichtungen existieren u.a. die Stiftung für persönliche Freiheit und soziale Sicherheit und die Sozialwissenschaftliche Gesellschaft 1950 e.V., die seit 1964 die Zeitschrift für sozialökonomie mtg - Mensch Technik Gesellschaft im Gauke Verlag herausgibt. In Bad Boll arbeitet das Seminar für freiheitliche Ordnung, das die Zeitung Fragen der Freiheit auflegt. Die FSU beteiligt sich in den 50er Jahren an national-neutralistischen Sammlungsversuchen. In diesem Rahmen unterhält sie Kontakte zur Deutsch-Sozialen Union Otto Strassers. Nach dem Verbot der Sozialistischen Reichspartei 1952 wechseln einige Funktionäre in die FSU. An der Gründung des völkischen Weltbundes zum Schutze des Lebens (WSL) beteiligen sich 1960 führende Vertreter der FSU, während WSL-Mitglieder 1969 auf der FSU-Liste zur Bundestagswahl kandidieren. FSU-Mitglieder referieren im WSL-dominierten Collegium Humanum.

Bedeutung: Als Partei kann die FSU als gescheitert gelten. Ihre programmatischen Rückgriffe auf Gesells Theorien der 20er Jahre sind - auch wirtschaftspolitisch - überholt. Außerparlamentarisch entwickelte sie sich jedoch als Stichwortgeberin für Anhänger eines Dritten Weges, der sich gegen Kapitalismus und Sozialismus richtet und für Blockfreiheit eintritt. In Teilen der Ökologiebewegung, bei einigen »Lebensschützern« und im Rechtsextremismus werden Thesen der sich gegen Zinsen richtenden Freiwirtschaftslehre aufgegriffen. (B)

Autoren: Michael Bauerschmidt, Susanne Brandt, Ulli Jentsch, Kurt Ohrowski

Quelle: Mecklenburg, Jens (Hg.): Handbuch Deutscher Rechtsextremismus, Berlin 1996, S.253-255

http://www.apabiz.de/archiv/material/Profile/FSU.htm

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 09. Dezember 2009 um 18:58 Uhr  

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